Erfahrungsberichte Famulanten //

Famulaturbericht Nora Plettenberg, Medizinstudierende

Zum Abschluss meiner zweiwöchigen Famulatur in der Vitos Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie Herborn möchte ich mit diesem Famulaturbericht ein kleines Fazit ziehen.

Über das Sekretariat des Klinikdirektors war eine Bewerbung, auch für eine recht zeitnahe Famulatur, unkompliziert möglich.

Ich wurde auf die Entgiftungsstation, hauptsächlich für Alkohol, eingeteilt. Wie sich herausstellte eine gute Wahl, denn der für eine Psychiatrie recht hohe „Patientenumsatz“ erlaubt viele Lernmöglichkeiten und eigenständiges Arbeiten für Studenten.

Die Möglichkeiten, die mir während der Famulatur geboten wurden, waren zahlreich. Die Gruppentherapien auf Station konnte ich jederzeit besuchen und darüber hinaus durfte ich die Ergo- sowie die Musiktherapie kennenlernen.

Ich habe mich bei der Arbeit auf Station gut integriert und akzeptiert gefühlt, durfte alles, was ich mir vorgestellt hatte, lernen und wurde hierbei sehr nett unterstützt. Von Blutentnahmen, körperliche Untersuchung, bis zu eigenständig geführten Anamnesegesprächen und deren Dokumentation in der elektronischen Patientenakte war alles möglich.

Auch die Teilnahme an verschiedenen Visiten gehörte zum täglichen Programm. Das Arbeitsklima auf Station war durchweg sehr gut und ich hatte den Eindruck, dass jeder mir die Möglichkeit bieten wollte, in den zwei Wochen einen guten Einblick in die psychiatrische Arbeitsweise geben zu können.

Alles in allem kann ich von einer sehr gelungenen, lehrreichen und netten Zeit in Herborn sprechen!

 

Famulaturbericht Wendelin Föringer, Medizinstudierender

Eine Famulatur in der Vitos Klinik Rehberg kann ich für Medizinstudierende, die einen Einblick in diesen Fachbereich bekommen möchten, nur empfehlen. Ich selber studiere an der Justus-Liebig-Universität Gießen, wo das Fach Kinder- und Jugendpsychiatrie im Lehrplan gar nicht auftaucht. Deswegen absolvierte ich diese Famulatur mit der Frage, ob dieses Fach für mich eine gute Mischung aus Psychiatrie und Pädiatrie ist. Beide Fächer kommen nämlich für mich in Frage.

Meine ersten positiven Eindrücke gewann ich, noch bevor ich die Famulatur angetreten hatte: So bot mir der Chefarzt, Prof. Dr. Wildermuth, nachdem ich mich per Mail beworben hatte, direkt ein Telefonat an, in welchem er mir alles genau erklärte und von der Personalabteilung bekam ich die Info, dass die vierwöchige Famulatur mit 400 Euro vergütet wurde. Als weiteren Vorteil erlebte ich, dass man in der Vitos Klinik Rehberg nicht “einer von Vielen” ist, sondern sehr viel Zuwendung im Sinne von Erklärungen und Hintergrundinfos bekommt. Besonders der für mich zuständige Stationsarzt Norman Fassbender nahm sich viel Zeit, mir zu Beginn die Struktur und die Behandlungskonzepte der Klinik und der Station zu erklären. Wo immer es möglich war, konnte ich auch an Aufnahmegesprächen und Vorgesprächen für stationäre Aufnahmen teilnehmen und bekam auch direkte Einblicke in Therapieverfahren wie die Gruppengesprächstherapie oder die Medientherapie.
Weitere direkte Patientenkontakte hatte ich in der Institutsambulanz, in der ich einige Male halbtags war, wo es mehr um Verlaufsgespräche oder die Einstellung von Medikamenten ging. Auch hier nahmen sich die Ärzte Zeit für mich und gaben mir eine Zusammenfassung der Geschichte des Patienten und auf was ich achten sollte. Klar ist, dass man – im Gegensatz zu der Teilnahme an körperlichen Untersuchungen und Blutentnahmen – nicht immer in Patientengesprächen dabei sein kann, da das vertrauliche Verhältnis zwischen Arzt und Patient natürlich sehr wichtig ist und vor dem störenden Einfluss einer außenstehenden, fremden Person geschützt sein muss. Deshalb entstehen immer wieder Freiräume, die man selber durch Aktenstudium oder Sonstiges füllen muss.
In der letzten Woche meiner Famulatur durfte ich dann sogar noch einige Patientengespräche in Eigenregie führen, wobei ich durch den Stationsarzt begleitet wurde. In den täglichen, sehr ausführlichen Übergaben, den Frühbesprechungen, der Konferenz, der Chefarztvisite und den Behandlungsplanungen bekommt man aber dennoch ein sehr ausführliches Bild von den Patienten, deren Krankheits- und Verlaufsgeschichte, und den Behandlungskonzepten. Als besonders für diesen Fachbereich habe ich dabei erlebt, wie hier alle unterschiedlichen Professionen – Ärzte, Psychologen, Sozialarbeiter, Pflegekräfte und Spezial-Therapeuten – sich über Patienten austauschen und versuchen, in der Behandlung an einem Strang zu ziehen.

Insgesamt habe ich in meiner vierwöchigen Famulatur also einen schönen Überblick über die Arbeit in der Kinder- und Jugendpsychiatrie und konnte viel darüber lernen, was für Faktoren in der Entstehung von psychischen Problemen bei Kindern und Jugendlichen eine Rolle spielen und mit welchen therapeutischen Maßnahmen man diesen begegnen kann.

Famulaturbericht Christine Kotlewski, Medizinstudierende

In den Sommersemesterferien habe eine sechswöchige Famulatur in der Vitos Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie Herborn gemacht. In den ersten drei Wochen war ich auf der Station für Kriseninterventionen eingesetzt, danach für drei Wochen auf der Station mit dem Schwerpunkt bipolare Störungen. Durch den Wechsel der Einsatzorte bekam ich einen größeren Einblick in den Klinikalltag und einen umfangreicheren Überblick über die unterschiedlichen psychiatrischen Krankheitsbilder und Therapiemöglichkeiten. Auch bot sich mir die Möglichkeit durch kurze Besuche/kleine Arbeiten auf der Entgiftungsstation diesen Überblick noch zu vergrößern.

Dabei habe ich vor allem die Arbeit des Stationsarztes und des Psychologen kennen gelernt. Ich habe Aufnahmen von und Gespräche/Interviews mit Patienten begleitet und an den wöchentlichen Patientenvisiten und Therapiekonferenzen teilgenommen, sowie an Supervisionen. Therapien und Medikationen wurden besprochen und diskutiert, bei verschiedenen  Psychoedukationen für Patienten konnte ich mitwirken. Desweiteren wurden internistische und neurologische Befunde erhoben und besprochen und jeden Morgen durfte ich die Blutentnahmen der Station übernehmen. Auch hatte ich die Möglichkeit, mir die vielen Therapieangebote (von der Ergotherapie über die Reittherapie bis hin zur Kunsttherapie) anzuschauen und die Arbeit der Therapeuten mit den Patienten und ihre unterschiedlichen Krankheitsbildern kennen zu lernen.

Die sechs Wochen in der Vitos Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie Herborn waren für mich eine sehr erfolgreiche Zeit, in der ich viel lernen konnte und mir viel gezeigt wurde. Immer habe ich mich sehr gut aufgehoben und betreut gefühlt. Auf alle meine Wünsche und Fragen wurde immer eingegangen.

 es