24. April 2014

Rote Aliens auf dem Rehberg – Junge Künstler präsentieren ihre Werke

Bereits zum 15. Mal fand jetzt nach Ostern in der Vitos Klinik Rehberg ein künstlerisches Kooperationsprojekt mit der Alanus Hochschule für Kunst und Gesellschaft statt. An vier Tagen nahmen junge Patienten der Klinik an drei verschiedenen Kunstprojekten teil, die von Kunsttherapiestudenten der Alanus Hochschule den Altersstufen gemäß entwickelt wurden. „Ich freue mich, dass wir das, was wir in dieser Woche erarbeitet haben, nun zeigen können“ begrüßte Prof. Dr. Matthias Wildermuth, Ärztlicher Direktor der Vitos Klinik, zum Abschluss des Projektes die Teilnehmer sowie weitere Patienten und Mitarbeiter der Stationen. Diese hatten sich am Freitag Nachmittag auf dem Gelände der Klinik eingefunden, um die Skulpturen und künstlerischen Ergebnisse zu bewundern.

Eine Projektgruppe, an der die jüngeren Kinder beteiligt waren, hatte sich mit der Geschichte des kleinen Wassermanns nach Ottfried Preußler beschäftigt, die von den Studenten nicht nur vorgelesen, sondern auch vorgespielt wurde. Auf dieser Grundlage bauten die Kinder anschließend ihre eigene Wasserburg, so dass nach und nach eine leuchtende Wasserwelt entstand. Naturmaterialen, Stoffe und Papier wurden dabei phantasievoll verwandelt und erfinderisch eingearbeitet. Eine zweite Gruppe mit zwölf bis Sechzehnjährigen beschäftigte sich mit der Anfertigung von Skulpturen aus Gips, die mit weiteren Materialien wie Holz oder Stoff ergänzt wurden. An Beispielen aus der bildenden Kunst waren die jugendlichen Patienten aufgefordert, etwas zu entwerfen und bildsprachlich auszudrücken. Dabei entstanden die unterschiedlichsten Skulpturen wie kleine rote Aliens; ein denkender Kopf, aus dem Äste wachsen; Schweine und ein Engel. Die dritte Gruppe präsentierte zum Abschluss des Kunstprojektes drei Stummfilme im eigens dafür eingerichteten ‘Heimkino’. Zuvor hatten sie sich Szenen ausgedacht, Rollen entwickelt, gespielt und eingeübt. Dabei wurden Mimik und Körpererscheinung im Spiegelbild kritisch beobachtet, korrigiert und modifiziert. Auf diese Weise entstand ein „Bewerbungsgespräch“, eine „Gruselgeschichte mit Happy End“ und „Harald und Gerald“, die mit entsprechender Musik untermalt waren und nach der Präsentation mit viel Applaus belohnt wurden.

1997 wurde das künstlerische Kooperationsprojekt zwischen der Alanus Hochschule in Alfter bei Bonn unter der Leitung von der Kunsttherapeutin, Prof. Dr. Dagmar Wohler, und der Rehbergklinik, unter der Leitung von Prof. Wildermuth, zum ersten Mal ins Leben gerufen. Nun konnte das Projekt, das in diesem Jahr von Indra Henn, Kunsttherapeutin an der Klinik Rehberg und ehemalige Studentin der Alanus Schule, koordiniert wurde, zum fünfzehnten Mal durchgeführt werden. „Es ist unglaublich, welche Kreativität die jungen Patienten in dieser kurzen Zeit entwickeln“ äußerte sich Dagmar Wohler erfreut bei der Präsentation der Ergebnisse. Nach den vier Projekttagen waren sich die Kinder- und Jugendlichen sowie die Studentinnen einig, dass die verschiedenen ästhetischen Erfahrungs- und Wahrnehmungs-möglichkeiten sehr bereichernd waren. Die Präsentationen zeigten insgesamt die Potenziale der jungen Patienten auf, die nicht nur im bildsprachlichen, sondern auch im Dialog miteinander viel Neues kennenlernen konnten. „Die Durchführung der Kunstprojekte sind immer ein großer Mehraufwand für unsere Klinik, aber das Ergebnis zeigt auch immer wieder, dass es sich lohnt“ so Wildermuth.